Viktoria Luise und die Schmetterlinge
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Viktoria Luise und die Schmetterlinge

Wenn ich aus meinen Fenstern schaue, sehe ich sie jeden Tag - meine liebe Nachbarin, die Gustav-Adolf-Stabkirche. Wir stehen hier seit über hundert Jahren Seite an Seite, zwei alte Damen, die sich gegenseitig Gesellschaft leisten.

Die Kirchenglocken läuten zu jeder vollen Stunde, und ich höre sie gerne. Es ist wie ein freundlicher Gruß, ein "Ich bin noch da" von einer Freundin zur anderen. Manchmal, wenn der Wind aus Nordosten weht, trage ich das Läuten weiter ins Tal hinunter, damit auch die Menschen im Dorf es hören können.

Im Sommer kommen die Schmetterlinge. Sie tanzen zwischen uns hin und her, von meinen Balkonen zu den Blumenbeeten der Kirche und wieder zurück. Sie kennen keine Grundstücksgrenzen, diese kleinen Wesen. Sie sehen nur die Blüten und den Nektar. Vielleicht sollten wir Menschen mehr von den Schmetterlingen lernen.

Die Jahre haben uns beide gezeichnet. Meine Holzfassade braucht Pflege, und auch bei meiner Nachbarin muss hier und da nachgebessert werden. Aber wir stehen noch. Wir stehen noch immer hier, auf unserem Hügel über Hahnenklee, und schauen hinunter auf den Ort, der unser beider Zuhause ist.

Wenn Sie einmal hier oben sind, bleiben Sie einen Moment stehen. Lauschen Sie dem Läuten der Glocken. Beobachten Sie die Schmetterlinge. Und vielleicht, ganz vielleicht, hören Sie auch mich - wie ich leise von alten Zeiten erzähle.

— Ihre Viktoria Luise

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